Ginny Moon hat einen Plan von Benjamin Ludwig #Rezension

Eine Geschichte, die einen nicht kalt lässt.

Ginny Moon hat einen Plan | Roman | 380 Seiten
HarperCollins Verlag | Cover | ISBN: 9783959676557
gelesen vom 13.10. bis 22.10.2017
Vielen Dank an den HarperCollins Verlag
für das Rezensionsexemplar!


Klappentextginnymoonhateinenplan

Ginny Moon ist vierzehn Jahre alt, liebt Michael Jackson — und wenn sie nicht jeden Morgen neun Trauben frühstücken kann, droht der Tag in einer Misere zu versinken. Bei ihren dritten Pflegeeltern hat sie endlich ein Zuhause gefunden. Andere wären jetzt glücklich. Aber Ginny versteht die Welt nach ihrer eigenen Logik. Ob ihre leibliche Mutter nun gemeingefährlich ist oder nicht: Ginny muss sie finden. Dafür nimmt sie nicht nur Verfolgungsjagden mit der Polizei und die eigene Entführung in Kauf, sondern muss auch lernen, dass sich das Leben manchmal nicht in ungeraden Zahlen fassen lässt … (Quelle: HarperCollins)


Zusammengefasst

Ginny Moon wird mit neun Jahren von der Polizei geholt und von ihrer drogenabhängigen Mutter getrennt. Doch die ersten beiden Familien passen ihr nicht und so läuft sie ihnen einfach davon. Als sie dann aber zu ihren Herzenseltern im blauen Haus ankommt fühlt sie sich eine ganze Zeit lang richtig wohl. Ginny ist autistisch und so fällt es ihr manchmal schwer zwischen den vielen Wörtern zu entscheiden was für sie wahr ist. Denn Ginny Moon nimmt alles wörtlich und so müssen ihr ihre Herzenseltern oft auf die Sprünge helfen und ihr erklären was Redensarten sind. Als ihre Herzensmutter schwanger wird verändert sich etwas in Ginny, denn sie erinnert sich an ihre Babypuppe. Die Puppe, die sie im Koffer versteckt hatte, als sie von der Polizei abgeholt wurde.

Sofort wird dem Leser klar, dass dies nicht eine normale Babypuppe für Ginny war. Denn sie beschliesst sich einen Plan auszudenken, wie sie ihre Babypuppe zurück bekommt. Doch dieser Plan beinhaltet wieder Kontakt mit ihrer leiblichen Mutter aufzunehmen, einer Mutter, die sie geschlagen, misshandelt und beinahe verhungern liess…

Ich weiss nicht, was eine Szene machen bedeutet, aber ich weiss, dass Gloria laut herumschreit, wenn sie wütend ist, und dann immer streiten will. Sie macht dann auch Sachen kaputt und schlägt Leute. S. 34

Darüber Gedanken gemacht

Auch wenn die Zusammenfassung sehr düster klingt, hat Benjamin Ludwig mit Ginny Moon einen unglaublich reizenden und echten Charakter geschaffen. Das Buch wird aus ihrer Sicht geschrieben und so erfährt der Leser, wie es ist mit Autismus zu leben. Ginny Moon’s Alltag muss komplett durchgeplant sein und sie muss zu jeder Zeit wissen, was wann als nächstes passieren wird. Denn sonst wird sie unruhig. Besonders interessant war es zu lesen wie Ginny Moon manchmal in ihrem Kopf verschwindet, um über die Dinge nachzudenken.

Bevor ich raus zum Bus ging, habe ich die fünf Scheiben Brot gezählt, die noch in der Tüte waren, und meine Herzensmutter sagte, das Wort beinahe bedeutet fast, aber nicht genau. S. 57

Viele Sachen, die ihr zugestossen sind erfährt man immer nur Häppchenweise und dies ist auch gut so, denn vieles ist nur schwer zu verdauen und für uns unfassbar. Manchmal machten mich die Geschehnisse auch so wütend, dass ich das Buch beiseite legen musste. Am liebsten hätte ich sie ständig in den Arm nehmen wollen.

Besonders tragisch fand ich die Tatsache, dass niemand Ginny so richtig über ihre Babypuppe oder Mutter aufklären wollte und sie sich so viel zu oft in ihrem Kopf abkapselte. Doch trotz allem ist sie ein starker Charakter, der neben der Pubertät, die sie auch noch durchmachen muss, viel neues über sich erfährt und auch charakterlich wächst.

Aber ich meine nicht ihn, sondern den einzigen Menschen, der mich von hier wegbringen kann, auf die andere Seite der Gleichung, auf der ich nicht mehr
(-Ginny) bin. Doch es gibt ihn nicht mehr. S. 236

Gefiel mir sehr

Besonders mochte ich Ginny’s Art wie sie jedesmal wenn ein Plan scheiterte nicht aufgab und sich wieder etwas ausdachte. Ihr Wille ist so stark, da könnte sich manch einer eine Scheibe davon abschneiden.

Gefiel mir nicht

Manchmal wurden mir einzelne Szenen zu oft wiederholt und so hatte ich hin und wieder das Gefühl, dass die Geschichte nicht richtig voran kommen konnte. Aber dies war zum Glück nicht allzu störend.

Schreibstil & Cover

Ich mochte den Schreibstil sehr, denn er war auf jeden Fall dem Alter entsprechend und man konnte sofort eine Verbindung zu Ginny aufbauen. Das Cover ist sehr bunt und irgendwie passt es nicht wirklich zur Geschichte, da finde ich das Original Cover fast schöner.

Fazit

Eine tragisch schöne Geschichte mit einem gelungenen Ende, ich kann euch das Buch auf jeden Fall empfehlen, sage euch aber schon im Voraus, dass es doch unter die Haut gehen kann.

Bewertung
Buchlänge ♥♥♥♥ (4/5)
Schreibstil ♥♥♥♥♥ (5/5)
Botschaft ♥♥♥♥♥ (5/5)
Lesevergnügen ♥♥♥♥♥ (5/5)


Hier geht es zur Leseprobe.
Hier könnt ihr das Buch kaufen

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3 Gedanken zu “Ginny Moon hat einen Plan von Benjamin Ludwig #Rezension

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