[Kolumne] Dienstags bei Morrie [Wir reden über Gefühle #5]

„Halte an nichts fest, weil alles vergänglich ist.“ S.120

Gefühle

Wir haben wieder Dienstag und Mitch besucht Morrie, diesmal steht das Thema Gefühle auf dem „Lehrplan“. Eine wichtige Lektion, die Morrie diesmal Mitch beibringen möchte ist; Lerne dich von deinen Gefühlen zu distanzieren. Zurecht fragt ihn Mitch darauf; Ist es nicht verkehrt sich von Gefühlen zu distanzieren? Sollten wir sie nicht ausleben? Morrie wird dann etwas präziser.

„Nimm irgendein Gefühl – Liebe zu einer Frau oder Trauer um einen Menschen, den du liebst, oder das, was ich gerade durchmache: Furcht und Schmerz durch eine tödliche Krankheit. Wenn du die Gefühle verdrängst – wenn du es dir nicht gestattest, sie wirklich zu fühlen – dann kannst du nie an den Punkt kommen, dich von ihnen zu distanzieren.“ S.121

Was Morrie uns damit sagen möchte: Egal ob Liebe, Freude, Wut, Trauer oder Schmerz – man sollte jedes Gefühl auskosten, es fühlen, sich darin wälzen, doch dann sollte man sich davon entfernen. Man kennt nun dieses Gefühl und wenn es wieder auftaucht, kann man es benennen; Ja, das ist Furcht – so fühlt es sich an – nun möchte ich mich aber davon distanzieren – ich erlaube es mir.

Dieser Abschnitt hat viel mit Buddhismus zu tun, für die, die sich nicht mit diesem Thema beschäftigen, mag das alles sehr fremd klingen. Doch dies ist nichts weiter als die Erkenntnis, das man seinen Gefühlen nicht ausgeliefert ist – Gefühle haben nicht die Macht über dich, sondern du selbst kannst bestimmen was und wie intensiv du etwas fühlen möchtest. Diese Erkenntnis kann einem in Angstsituation von grosser Hilfe sein, denn man selbst bestimmt, ob man nun die Angst ausleben möchte oder nicht.

„Ich möchte die Welt nicht in einem Zustand von Furcht und Entsetzen verlassen. Ich möchte wissen, was geschieht, es akzeptieren, zu einer Insel des Friedens gelangen und loslassen. Versteh du?“ S.124


KlappentextDienstagsbeiMorrie
Als er erfährt, dass sein ehemaliger Professor Morrie Schwartz schwer erkrankt ist und bald sterben wird, beginnt der Journalist Mitch Albom seinen Lehrer jede Woche zu besuchen. Und er, der meinte, dem Sterbenden Kraft und Trost spenden zu müssen, lernt stattdessen dienstags bei Morrie das Leben neu zu betrachten und zu verstehen. (Quelle & Cover: Goldmann Verlag)

 


 

Vorherige Beiträge zu dieser Kolumne:

Einführung
Wir reden über die Welt #1
Wir reden über Selbstmitleid #2
Wir reden über den Tod #3
Wir reden über Familie #4

Ran an die Bücher,

elizzy

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