Casper der freundliche Geist. [#WritingFriday] Week 40

Hi Schreiberlinge

Gerne starte ich mit dem ersten Schreibthema im Oktober! Bei mir dreht sich heute alles rund um Casper, einen überaus freundlichen Geist. Ich bin schon gespannt zu lesen, welches Thema ihr gewählt habt! Ausserdem werde ich diesen Monat die Teilnehmerliste aktualisieren und würde mich freuen, wenn ihr mir kurz mitteilt, ob ihr noch mitschreibt! Natürlich müsst ihr nicht jede Woche mitmachen, die Freude am Schreiben liegt hier noch immer im Vordergrund!


Die Regeln im Überblick;

  • Jeden Freitag wird veröffentlicht
  • Wählt aus einem der vorgegeben Schreibthemen
  • Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben
  • Vergesst nicht den Hashtag #WritingFriday und den Header zu verwenden
  • Schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch!
  • Habt Spass und versucht voneinander zu lernen

Schreibthemen Oktober

  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Er sah nach hinten und ihm lief ein kalter Schauer über den Rücken, denn…“ beginnt.
  • Casper der Geist kriegt unerwarteten Besuch, berichte davon.
  • Erzähle ein Märchen über einen Kürbis.
  • Erzähle aus der Sicht eines Vampirs an Halloween.
  • Du bist ein Baum, der gerade all seine Blätter verliert, wie fühlst du dich?

Casper der Geist kriegt unerwarteten Besuch, berichte davon.

Es war ein regnerischer Herbsttag, als Casper zum ersten Mal seit langer langer Zeit die Türglocke läuten hörte. Das Geräusch hallte in der grossen Halle wieder bis hoch zu seinem Dachgeschoss-Zimmer. Er war kein schreckhafter Geist, doch das Geräusch überraschte ihn so sehr, dass er doch glatt von seiner Hängematte fiel. Sofort rasten hundert Gedanken durch seinen kleinen durchsichtigen Kopf. “Wer war das? Hatte sich da jemand verirrt? Waren es vielleicht Einbrecher?”

Er wusste aus Erfahrung, dass wenn er plötzlich vor einem Menschen erscheinen würde, dieser schlagartig die Flucht ergreifen würde. Casper war seit einer gefühlten Ewigkeit alleine in seinem Haus, er sehnte sich nach Kontakt und wollte daher den Besucher auf jeden Fall so lange wie möglich bei sich haben. Er stand auf, flog hinüber zur Wand mit dem grossen Bild auf dem ein kleiner Mann Namens Napoleon abgebildet war und suchte nach dem Hebel. Als er ihn fand drückte er ihn hinunter und ein lautes Knarren war zu hören, das Bild von Napoleon wurde wie durch Zauberhand nach links geschoben und dahinter tauchten 7 Bildschirme auf. Auf jedem war ein Teil des Hauses zu sehen und so konnte sich Casper vom Dachboden aus ein Bild von seinem Besucher machen.

Was er sah, versetzte ihn in Staunen. Unten in der grossen Eingangshalle lief ein kleiner Junge umher, er hatte keine Schuhe an den Füssen, seine Hose war an einer Seite eingerissen und das Shirt wirkte an ihm viel zu gross. Er sah wie sich der Mund des Jungen bewegte, konnte aber nicht verstehen was er rief. Casper erinnerte sich, dass er irgendwo den Ton einschalten konnte, doch die vielen Knöpfe und Hebel verwirrten ihn. Er drückte willkürlich auf die blauen und roten Knöpfe und plötzlich hörte er;

“Ist hier jemand?”

Doch er hatte nicht nur seinen Lautsprecher angelassen, auch in der Halle hörte man das Echo des Jungen und dieser erschrak sichtlich über den Klang seiner eigenen Stimme. Der kleine Junge schaute verwirrt umher und rief nochmal;

“Hallo?”, sofort hörte man das Echo wieder “Hallo… Hallo….”

Casper, der überfordert von den ganzen Knöpfen war drückte wieder ein paar und hoffte damit den Lautsprecher ausgeschaltet zu haben. Der kleine Junge lief zwischenzeitlich in die Küche und fing an Schränke und Türen zu öffnen. Casper war fasziniert von ihm und machte sich kurz entschlossen auf den Weg zum Kamin, er rutschte hinunter, nahm eine Abzweigung und landetet leise in der Küche.

Unsichtbar wie er war, konnte der Junge ihn nicht sehen. Dieser war bereits auf die Küchentheke geklettert und griff blind in das Oberste Fach hinein, er spürte etwas, wollte es herausziehen, doch das Gewicht überraschte ihn und das Mehl flog zu Boden und tauchte die Küche in eine Schneeweisse Landschaft. Casper, der ebenfalls überrascht war musste niesen und der Junge blickte ihm direkt in die Augen.

Casper wusste, dass er nun nicht mehr unsichtbar war, denn seine Konzentration war in dem Moment verschwunden, als das Mehl ihn umhüllte. Er machte sich auf den Schrei bereits gefasst, doch der kam nicht. Stattdessen sah in der Junge einfach nur an und plötzlich lächelte er.

“Hallo! Ich heisse Gustav und wer bist du?”
Casper war ganz erstaunt über diese Begrüssung und erwiderte etwas schüchtern “Casper ist mein Name junger Mann.”
“Oh, wieso sprichst du denn so komisch?”, fragte ihn Gustav grinsend.
“Ich spreche unserer Zeit entsprechend, Sir.” Casper war verwirrt, seit wann sprach man denn nicht mehr so?
“Du bist ja witzig, gehört das Haus dir?” Gustav deutete mit seinen Händen in die Luft und Casper folgte ihnen ohne zu begreifen was er damit meinte.
“Oh nein, ich hausiere hier nur. Das Haus gehört Napoleon”
“Napoleon?” wollte Gustav wissen. “Meinst du etwa Napoleon Bonaparte?!”
“Ja, Sir. Er ist unterwegs, doch wird bestimmt bald zurück kehren.” Casper war sich da zwar nicht so sicher, schliesslich verliess sein Herr vor einer ganzen Weile das Haus. Gustav blickte ihn etwas traurig an.

“Hör zu Casper, Bonaparte ist schon vor einer ganzen Weile gestorben…” Casper sah ihn an doch konnte nicht begreifen was Gustav damit meinte.

“Wie meinst du gestorben? Das kann nicht sein. Ich warte hier auf ihn, er hat mir gesagt er kommt zurück!” Casper flog unruhig hin und her, machte Saltos und landete wieder vor Gustav.

“Casper, Napoleon Bonaparte ist 1821 gestorben… das ist bereits 197 Jahre her… hast du so lange auf ihn gewartet?” Gustav war sichtlich traurig, Casper tat ihm leid und am liebsten hätte er ihn in den Arm genommen, doch er wusste nicht, ob er ihn tatsächlich berühren konnte.

“Aber… aber was tue ich den jetzt?” Casper setzte sich auf den Boden, formte kleine Hände und legte seinen Kopf darin ab. “Ich bin so alleine…”

Gustav kam eine Idee, “Aber du hast doch mich!”, er setzte sich ebenfalls auf den Boden. “Ich habe auch niemanden mehr… meine Eltern sind nicht mehr… sie sind nicht mehr da und ich hätte auch gerne einen Freund! Was denkst du Casper?”

Schlagartig verbesserte sich seine Laune. “Meinst du das wirklich? Du möchtest wirklich mit MIR befreundet sein?” Gustav nickte freudig und Casper flog hoch in die Luft, durch die Decke hindurch bis zum Dachboden und wieder zurück. Er ergriff Gustavs Hand, der bereits aufgestanden war und zog ihn mit sich hoch. Gustav liess einen Freudenschrei hören und sagte dann “Wow! Du bist der Wahnsinn Casper!”, dieser lächelte und erwiderte freudig “Wir werden jede Menge Spass haben!”


 Aktuelle Teilnehmer (ihr könnt jederzeit mit einsteigen!):

RAN AN DIE STIFTE,

elizzy

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