Alles, was wir verloren haben von Valerie Geary [#Rezension]

Alles, was wir verloren haben
ist berührend und überirdisch gut!

Worum geht es?

Alles, was wir verloren haben handelt von einer Familie, die selbst etwas verloren gegangen ist. Die Eltern geschieden, die Mutter beinahe Alkoholikerin, die Geschwister Nolan und Lucy so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Und besonders die Nacht hat es Nolan angetan, er beobachtet die Sterne und glaubt ganz fest daran, dass wir nicht die einzigen im Universum sind. Er ist überzeugt davon, dass ausserirdisches Leben unter uns weilt und seine Überzeugung wird noch stärker, als er Celeste begegnet. Ein Mädchen, dass nicht von dieser Welt sein kann.

Eines Tages geht Nolan ganz verloren und es stellt sich die Frage; wurde er von Ausserirdischen entführt? Zehn Jahre später geht Lucy dieser Sache auf den Grund, was ist wirklich in der Nacht seines Verschwindens geschehen? Wieso hatte sie blutige Knie und kann sich an so gut wie gar nichts mehr erinnern? Wo ist Nolan jetzt?

Erster Satz:
„Lucy Durant stand auf dem Haus ihres Vaters, mit den Fußspitzen an der Dachkante, und blickte in einen schwarzen Abgrund hinunter.“

alleswaswirverlorenhaben

Klappentext

Lucy Durant war erst vierzehn Jahre alt, als sie ihren älteren Bruder Nolan verlor. Zuerst an seine paranoiden Wahnvorstellungen, als er zunehmend von UFOs und Regierungsverschwörungen besessen war. Dann verschwand er spurlos. Zehn Jahre später kämpft Lucy immer noch mit dem Verlust. Sie fühlt sich wie in einer Warteschleife gefangen und tut, was sie kann, um nicht an Nolan zu denken. Aber als eine Reihe mysteriöser Ereignisse Lucy in ihre Heimatstadt Bishop zurückführen, ist sie gezwungen, sich mit den verworrenen Erinnerungen ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen, um endlich herauszufinden, was wirklich mit ihrem Bruder passiert ist.  (Quelle: Harper Collins


Meine Meinung

Alles, was wir verloren haben beginnt mit einem Familien Drama. Lucy ist 24 Jahre alt und wohnt bei ihrem Vater, dessen Freundin beinahe gleich alt ist wie sie. Zu ihrer Mutter hat sie nun seit 10 Jahren keinen Kontakt mehr, seitdem dies mit Nolan passiert ist.

Doch als sie eines Tages von Reportern belästigt wird, kehrt sie widerwillig zurück nach Bishop und damit zurück in ihre Vergangenheit. Einer Vergangenheit vor der sie eigentlich flüchten wollte.

„Laufen hatte etwas Meditatives. Man konnte dabei alles vergessen, die Alltagssorgen hinter sich lassen, die Welt vollständig ausblenden und ganz bei sich und seinem Atem bleiben.“ S. 245

Die Kapitel werden abwechselnd von Lucy in der Gegenwart und von Nolan in der Vergangenheit erzählt. So erfährt man als Leser Schritt für Schritt was in der Vergangenheit geschehen ist und wie es dazu kam, dass Nolan verschwunden ist.

Bereits früh erfährt man, das Nolan ein absoluter Universum-Fan war und sich für alles rund um die Sterne und überirdisches interessierte. Als er eines Tages auf Celeste trifft, ein Mädchen, das plötzlich in Bishop auftaucht, ist er überzeugt davon, dass sie von einem anderen Stern ist.

„Es gibt im Universum etwa zweihundert Milliarden Galaxien, und das ist noch zurückhaltend geschätzt. Wir haben den Rand des Universums nicht einmal annähernd beobachtet, es scheint endlos zu sein.“ S. 368

Doch leider wird Nolan nicht wirklich von seinen Klassenkameraden akzeptiert und oftmals als Loser und Alien bezeichnet. Alles, was wir verloren haben behandelt nicht nur Themen wie Scheidung und UFO’s, es beschäftigt sich auch mit Mobbing, Vergewaltigung und Drogen sowie Alkoholmissbrauch. An ein oder der anderen Stelle musste ich auch heftig den Kopf schütteln, Nolan tat mir Leid und auch Lucy hatte es, egal wie gemein sie sich benahm nicht leicht.

Nur langsam wird dem Leser das Ausmass dieses Familien Dramas bewusst und man begreift bis zum Ende nicht, was genau geschehen ist. Ein Punkt der mich störte, waren die vielen Wiederholungen, ich hatte teilweise das Gefühl mehrere Seiten doppelt zu lesen, da es zuerst aus Lucy’s Sicht und dann nochmals aus der Sicht von Nolan erzählt wurde. In manchen Büchern mag das funktionieren, hier fand ich es doch mit der Zeit ein wenig störend. Und auch das Ende stellte mich nicht wirklich zufrieden und ich hätte mir irgendwie mehr gewünscht.

Schreibstil & Cover

Nichtsdestotrotz mochte ich die Protagonisten wie auch den Schreibstil sehr. Die Autorin fand schöne Wörter und verstecke einige tolle Botschaften in diesem Buch. Das Cover von Alles, was wir verloren haben gefällt mir richtig gut und es macht sich sehr gut in meinem Bücherregal.

„Es gibt keine Zufälle. Alles hängt mit allem zusammen, jede Person und jedes Ereignis, jeder Planet, jeder Stern und jede Galaxie, jedes Lebewesen, jeder Windstoss und jeder Regentropfen. (…) Jeder muss sein Schicksal erfüllen, und jedes Ereignis führt zu einem anderen Ereignis.“ S. 415

Fazit

Alles, was wir verloren haben erfüllte meine Erwartungen nicht komplett, hier hätte ich mir auf jeden Fall ein weniger offenes Ende gewünscht. Als Buch für zwischendurch ist es durchaus einfach zu lesen, auch wenn die Themen einen nicht ganz unberührt lassen. Auch hier gilt, denkt darüber nach was ihr gelesen habt – Mobbing und Alkohol sind keine leichten Themen über die man hinweg sehen sollte.

Bewertung
Buchlänge ♥♥♥ (3/5)
Schreibstil ♥♥♥♥ (4/5)
Botschaft ♥♥♥ (3/5)
Lesevergnügen ♥♥♥ (3/5)


Vielen Dank an Harper Collins für das Rezensionsexemplar!
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Alles, was wir verloren haben| Roman|512 Seiten
Harper Collins Verlag| Cover | ISBN: 9783959677936
gelesen vom 22.10. – 07.11.2018
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