Die Kunst, Champagner zu trinken von Amélie Nothomb [#Rezension]

In Die Kunst, Champagner zu trinken
versteckt sich eine tiefe Freundschaft.

Worum geht es?

Die berühmte Schriftstellerin Amélie sucht eine Saufkumpanin, wie sie sich so schön ausdrückt. Sie sucht eine Kumpanin oder einen Kumpanen, der mit ihr trinkt. Doch nicht irgendetwas trinkt. Es muss Champagner sein. Als sie die junge Fanto Pétronille trifft findet sie eine ebenbürtige Partnerin mit der sie nicht nur trinken, sondern auch reden, Partys besuchen und Ski fahren gehen kann. Schnell entwickelt sie daraus eine tiefe Freundschaft, die jedoch nicht so endet wie erwartet.

Erster Satz:
“Einen Rausch sollte man nicht improvisieren.”

die kunst champagner zu trinken

Klappentext

Zwei Schriftstellerinnen, eine Leidenschaft: Amélie und Pétronille suchen den Rausch – in der Literatur und im Champagner. In Paris besuchen sie eine Degustation im Ritz, sie feiern in London und in den Alpen. Doch es gibt Dämonen, die sich auch im besten Schaumwein nicht ertränken lassen. Ein spritziger Roman über die Trunkenheit – und eine Ode an die Freundschaft. (Quelle: Diogenes


Meine Meinung

Im Rahmen der Diogenes Lese Challenge las ich nun das vierte Buch und damit auch meinen ersten Amélie Nothomb. Eine Autorin die in der Literaturwelt bekannt ist und schon so einige Preise erhalten hat. Ich war gespannt auf diese Geschichte und auf den Stil der Autorin.

“Eine Phase des Denkens, sofern man das Fliessende, das sich meines Geistes bemächtigt hatte, so bezeichnen kann. Im Gegensatz zum Grübeln, das ihn manchmal verkleistert, begann er zu wirbeln, zu sprudeln, von leichten Dingen überzuschäumen.”

Zu Beginn der Geschichte hat man beinahe das Gefühl Tipps zum richtigen Champagner trinken zu erhalten. Man erfährt wie sich Champagner anfühlt, wie er aussieht und schmeckt und wieso es zum guten Ton gehört einen Rausch zu haben. Ich war nach den ersten Kapiteln überzeugt; dies wird eine skurrile Geschichte.

Die Protagonistin Amélie Nothomb, an dieser Stelle ist zu bemerken; dieses Buch ist nur zu teilen autobiographisch, es wurden einige Dinge meiner Meinung nach durch künstlerische Kreativität dazu gedichtet,  sucht nach einer Saufkumpanin. Doch in Wirklichkeit sucht sie nach einer Freundin. Anders als erwartet findet sie diese an einer Signierstunde. Die junge und etwas bubenhafte Fanto Pétronille stellt sich als treue Leserin und Briefschreiberin vor.

Doch aus dieser flüchtigen Begegnung und einem nächtlichen Champagner-Rausch entwickelt sich weiter nichts. Denn erst einige Jahre später, als Pétronille nun selbst ein Buch veröffentlich hat, begegnen sich die beiden wieder. Die Freundschaft entsteht schnell und intensiv. Sie sind zwar wie Tag und Nacht, doch das hält sich nicht davon auf gemeinsam Champagner zu trinken und über das Leben zu philosophieren.

Ich konnte Pétronille jedoch nie so wirklich einschätzen und fand sie teilweise sogar sehr unsympathisch. Sie war mir zu herrisch und zu durch geknallt und Amélie liess ihr meiner Meinung nach viel zu viel durchgehen.

Der Roman versprüht jedoch unglaublichen französischen Charme und konnte so über so manche nervige Szene hinweg helfen. Nichtsdestotrotz lässt mich das Buch etwas verblüfft und verwirrt zurück. Wie ich jedoch nach Recherche herausgefunden habe ist dies doch recht typisch für Nothomb.

Schreibstil und Cover

Der Schreibstil gefiel mir tatsächlich richtig gut ich fand die Szenen wunderbar und konnte mir alles richtig gut vorstellen. Gegen Ende wirkte die Geschichte etwas gehetzt und ich hätte durchaus gerne ein paar Seiten mehr gelesen.

„Champagner macht liebenswürdig und selbstlos, verleiht Leichtigkeit und Tiefe, steigert die Liebe und verleiht deren Verlust Eleganz.“

Das Cover gefällt mir ungemein gut, doch noch schöner ist die Hardcover Ausgabe dieser Geschichte.

Fazit

Dies war auf jeden Fall nicht mein letzter Nothomb! Obwohl das Buch und der Plot durchzogen waren und es mich nicht auf jeder Seite absolut begeisterte oder fesselte, fand ich die Geschichte doch unterhaltsam und skurril. Wer gerne mal was anderes lesen möchte, dem kann ich auf jeden Fall empfehlen zu dieser Autorin zu greifen.

Bewertung
Buchlänge ♥♥♥♥ (4/5)
Schreibstil ♥♥♥♥♥ (4/5)
Botschaft ♥♥♥ (3/5)
Lesevergnügen ♥♥♥♥ (4/5)


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Die Kunst, Champagner zu trinken| Roman|144 Seiten
Diogenes Verlag| Cover | ISBN: 978-3-257-24416-8
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