3 Gelegenheiten, um mutig zu sein. #Kolumne

Ich dachte immer, um mutig zu sein muss ich laut und möglichst extrovertiert sein.

Doch die letzten paar Wochen belehrten mich eines Besseren. Ich selbst würde mich nicht als extrovertiert einstufen aber extrem introvertiert bin ich auch nicht. Ich kann auf fremde Menschen zugehen, ich kann einen Vortrag halten ohne vorher in Panik zu geraten. Doch fühle ich mich wohl vor dieser Menschenmenge zu stehen; nicht besonders.

Ich bin gerne unter Menschen, doch am wohlsten fühle ich mich immer nur in kleinen Gruppen oder wenn wir nur zu Zweit unterwegs sind. Um dann wieder Energie zu tanken – denn ja solche Sozialen Kontakte saugen Energie aus – brauche ich Zeit nur für mich allein.

Aus dieser Grundsituation heraus, dachte ich immer von mir; Besonders mutig sein kannst du nicht, den Mut fordert einen heraus. Mut ist laut und du wirst sofort in den Mittelpunkt gestellt.

Umso stolzer war ich dann, als ich für mich persönlich entdeckte, das Mut ganz anders anfängt, als viele es vielleicht im Kopf haben. Es ist zwar mutig sich auf einer Party alleine auf die Tanzfläche zu stürzen, es mag auch mutig sein Fallschirm zu springen oder auf einer Konferenz zu sprechen. Doch Mut kann auch in ganz anderen Situationen beginnen.

So habe ich mich selbst herausgefordert und mir gedacht, versuch in nur drei Situationen mutiger zu sein, als du es sonst vielleicht wärst. Dabei kamen drei wunderbare Erlebnisse zustande, die mich persönlich auch gestärkt haben.

Erste Mut – Gelegenheit: Zur Schere gegriffen.

Anfangs Sommer war ich mal beim Friseur und schnitt meine langen Haare zu einem kurzen Bob. Dieser war mittlerweile komplett ausser Form und da ich die Haare hinten kürzer und vorne etwas länger geschnitten hatte, hingen mir nun zwei lange Strähnen wie Spaghettis ins Gesicht.

Es wurde also Zeit für einen neuen Schnitt. Die perfekte Situation, um also mutig zu sein. Doch diesmal ging ich nicht in den Friseursalon, stattdessen betrat ich eine Drogerie und kaufte mir dort eine Coiffure Schere.

Zu Hause angekommen lief ich also direkt ins Bad und blickte mich im Spiegel an. Ich weiss, sich selbst die Haare zu schneiden mag nicht besonders mutig klingen. Doch für mich war es etwas, das ich zum ersten Mal tat. Und jedes erste Mal erfordert besonderen Mut. Nach etwa einer halben Stunde hatte ich mir selbst einen Long Bob geschnitten, alle Strähnen waren wieder gleichlang und ich war richtig stolz auf mich!

Mut ist; etwas zum ersten Mal zu tun.

Zweite Mut – Gelegenheit: Fremde treffen

Beflügelt von meinem Mut wollte ich nun mehr. An einem Donnerstag erwachte ich mit dem Gedanken: Wäre ein Buchclub mit Menschen hier ganz in meiner Nähe nicht richtig toll.

buchclubidee

Die Idee lies mich den ganzen Tag nicht los und so teilte ich meine Gedanken dazu auch auf Twitter. Ich beschäftige mit seit längerem nun schon mit Achtsamkeit und Buddhismus, umso schöner ist es dann, wenn sich manche Dinge, von denen man liest sich dann plötzlich auch bewahrheiten.

So gilt auch das Gesetz der Anziehung. Oder auch, was man ausstrahlt und / oder sagt, dass zieht man dann auch an. 

Und noch am selben Abend geschah dann dies…

buchclub gefunden

Ist dies nicht fabelhaft? Und nun kam die Mutprobe für mich; würde ich mich auf dieses Treffen mit mir komplett fremden Menschen einlassen?

Ich ging hin und bin nicht nur stolz auf mich, sondern fühle mich nun auch wieder ein Stückchen mutiger, als davor. Ich kam nämlich an und stellte schnell fest; es ging nicht nur mir so. Auch die anderen waren neugierig auf die “Fremden” und auch etwas schüchtern.

Doch was uns alle verband und uns mutiger machte, war unsere gemeinsame Leidenschaft: Bücher und das Lesen. Schnell wurde unsere kleine Runde richtig gemütlich, wir quatschten, lachten und hatten eine wundervolle Zeit gemeinsam.

Mut ist: Seine Leidenschaft mit Fremden zu teilen

Dritte Mut – Gelegenheit: Veränderungen zulassen

Eine grosse Veränderung betraf das Bloggen, dazu habe ich in diesem Beitrag mehr geschrieben. Ich hatte dadurch mehr Zeit für mich und konnte mir eine Übersicht von mir selbst machen. Was war mir noch wichtig, was machte mich aus? Woran hänge ich und was sollte ich loslassen?

Menschen sind bekanntlich Gewohnheitstiere, wir haben eine Komfort Zone, die wir nur ungern verlassen möchten. Doch genau dies zu tun, erfordert eben Mut.

So habe ich in den letzten paar Wochen nicht nur mein Bücherzimmer aufgeräumt, sondern auch mal in mir drin ausgemistet.

Dabei habe ich festgestellt: Ich bin nicht mehr derselbe Mensch wie vor 4 Jahren, als ich mit diesem Blog begonnen habe. Sich dessen klar zu werden, kann beängstigend sein. Umso mutiger ist es dann, diese Veränderung zu akzeptieren und offen für Neues zu sein.

Mut ist; Veränderung zu akzeptieren

Diese paar, nennen wir sie “Mut-Wochen” haben mich viel über mich selbst gelehrt. Mut ist nicht nur etwas für extrovertierte. Mut muss nicht laut und gross sein. Man darf auch im kleinen mutig sein und stolz auf sich.

Wann wart ihr das letzte mal für euch selbst mutig? Schreibt mir davon!

Ich war mir zu Beginn des Beitrags nicht sicher, ob ich ihn online stellen soll und hoffe, diese etwas andere und persönlichere Kolumne hat euch gefallen – lasst mir gerne eure Meinung oder Kritik da.

elizzy