Pinguin Liebe [#WritingFriday] Week 4

Hi Schreiberlinge!

In der heutigen Geschichte wird es etwas trauriger, ich hoffe euch gefällt die Geschichte trotzdem.

Ich finde ja, dass der Writing Friday einem oft auch die Möglichkeit gibt etwas vollkommen anderes als sonst zu schreiben, sich auszutoben, mit Geschichten und Schicksalen zu spielen und so auch seinen Schreibstil zu verbessern. Findet ihr nicht auch?


Die Regeln im Überblick;

  • Jeden Freitag wird veröffentlicht
  • Wählt aus einem der vorgegeben Schreibthemen
  • Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben
  • Vergesst nicht den Hashtag #WritingFriday und den Header zu verwenden
  • Schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch!
  • Habt Spass und versucht voneinander zu lernen

Schreibthemen Januar

  • Erzähle von einem Vorsatz für 2020.
    Wieso willst du dieses Ziel erreichen?  Wie sieht dein Plan aus?
  • Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Geschenk, Pinguin, Tintenfass, ruhig, zart
  • Schreibe eine Geschichte die mit dem Satz “Dieses Jahr wird fabelhaft, weil…” beginnt.
  • Dein Tannenbaum möchte nicht entsorgt werden, berichte von seiner Flucht.
  • Welches ist das erste Buch, das du dir im neuen Jahr gekauft hast? Stelle es kurz vor – wieso war es dieses?

Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Geschenk, Pinguin, Tintenfass, ruhig, zart

Sie zündete eine kleine Kerze an und setzte sich an ihren Schreibtisch. Es war wieder Zeit für das Geschenk. Wie bereits seit siebzehn Jahren zog sie ruhig ohne zu zittern ein Blatt Papier aus ihrem Schreibtisch. Langsam strich sie über die weisse, glatte Oberfläche und schaute erstaunt ihre Hände an. Sie tat dies immer wieder, jedes Jahr und jedes Jahr wurden ihre Hände älter und runzeliger.

Sie räusperte sich und griff zu ihrem Tintenfass. Die Feder war schon alt funktionierte aber immer noch einwandfrei. Es war ihr ganz persönliches Ritual. Niemals könnte sie sich vorstellen den Brief mit einem Kugelschreiber zu schreiben. 

Sachte und zart schrieb sie seinen Namen aufs Papier.

Mein liebster Ronny

Mühelos glitt ihre Hand übers Papier und sie schrieb von ihrem Jahr, vom kalten Winter,  wie erfolgreich Hendrick abgeschlossen hatte, von ihrem Buchclub, vom Haus und ihrem gemeinsamen Hund. 

Eine Träne fiel aufs Papier und verschmierte die Tinte. Sie liess es geschehen. 

Sie endete den Brief wie immer mit…

…deine dich liebende Frau. Für immer.

Sie faltete den Brief, legte ihn sachte in einen Umschlag und nahm nun den kleinen Holz Pinguin zur Hand. Es war ein besonders schöner, das Holz war glatt und glänzend, er trug einen kleinen Anzug und hatte vergoldete Augen. Sie verpackte ihn gemeinsam mit dem Brief, hielt nochmal inne und lief dann hoch zum Dachboden. 

Die grosse Truhe war bereits seit Generationen in der Familie. Sie nahm den Schlüssel von ihrer Kette und schloss die Truhe auf. Darin lagen 16 ungeöffnete und bezaubernd schön verpackte Geschenke. Alle von ihr selbst verpackt und mit jeweils einem Brief, alles kleine Pinguine in den verschiedensten Varianten. Alle für ihren Mann, der vor 17 Jahren in die Antarktis zur Pinguin Forschung aufbrach und nie mehr zurück kam.

Sie legte das neuste Geschenk mit hinein und verschloss die Truhe wieder.

Bis nächstes Jahr mein Liebster, flüsterte sie.


Aktuelle Teilnehmer (ihr könnt jederzeit mit einsteigen!):

RAN AN DIE STIFTE,


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23 Replies to “Pinguin Liebe [#WritingFriday] Week 4”

  1. Oh Liebes ❤️
    So eine bezaubernde, traurige Geschichte! Aber ich finde es richtig toll, dass unsere Geschichten – so unterschiedlich sie auch sind – sich doch in ihrem Kern ähneln. ❤️

    1. Ja das ist mir beim Lesen deiner Geschichte auch durch den Kopf gegangen. Und wer weiss, vielleicht ist dein Prota der Mann meiner Prota und seine Briefe erreichen sie einfach nicht <3

  2. Oh, jetzt habe ich doch tatsächlich einen Kloß im Hals und Tränen im Gesicht, weil ich beim Lesen mal wieder gerade an meinen Mann denken muss..der nie wiederkehren wird.

    okay, kann passieren – daher: Keine Panik – auch traurige Geschichten müssen sein, sie haben so eine befreiende Wirkung…

    (mein Link für heute der guten Ordnung halber
    https://blaupause7.wordpress.com/2020/01/24/writing-friday-2020-januar-4-woche-obi-wan/)

  3. Liebe Elizzy,

    danke dir.
    Ich finde, du hast das schön eingefangen – nicht überdramatisiert und deine Protagonistin nicht im Leid versinken lassen. Denn sie verabschiedet sich bis zum nächsten Jahr – was für mich auch heißt, dass sie ihr Leben dennoch lebt. Klasse.

    Hier https://mutigerleben.wordpress.com/2020/01/24/writing-friday-dieses-jahr-wird-fabelhaft/ findest du meinen Beitrag. Auch ich habe eine Protagonistin, die sich aber gerade befreit.

    Viel Spaß beim Lesen und ein wundervolles Wochenende.

    Herzlich, Judith

    1. Hallo Judith

      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar <3 Schätze ich sehr!

      Ich werde gleich bei dir vorbei schauen.
      Hab auch ein ganz schönes Wochenende!

    1. Wenn du mitmachen möchtest, füge ich deinen Link gerne der Teilnehmerliste hinzu. Danach kannst du unter dem Beitrag mit dem Monatsthema deine Links hinterlegen oder unter dem aktuellsten Beitrag von mir 🙂 möchtest du mitmachen?

  4. Schön traurige Geschichte – bin jetzt gerade auch am Schreiben, morgen früh wird es auf meinem Blog sein. Die Geschichte könnte schon eine gewisse Ergänzung zu deiner sein 🙂 🙁

    Liebe Grüße, Norbert

  5. Ich habe es mir fast gedacht, wie die Geschichte enden könnte. Aber trotzdem fand ich sie sehr bewegend und auch traurig.
    Eine sehr schöne Geschichte! 🙂

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