Bereit für die Chroniken von Aconia?
Ein Schrei zerriss die Stille der Nacht, so qualvoll und unmenschlich, dass Edwyn beunruhigt zusammenzuckte und den Speer fester packte.
– Der Bastardprinz: Die Aconia-Chroniken: Band 1

Klappentext
Das Königreich Ædwen befindet sich in großer Gefahr: Hochkönigin Hela ab Vespan ist von Alter und Krankheiten geplagt, und ihr Thronerbe ist noch ein Säugling, unfähig zu herrschen. In diesen finsteren Zeiten drohen gefährliche Intrigen, das Reich von innen heraus zu zerreißen, während der Feind bereits an den Grenzen lauert und nur auf einen geeigneten Zeitpunkt wartet, um zuzustoßen. Edwyn, ein junger Krieger sowie der einzige Überlebende eines grausamen Massakers, muss sich nun in diesem Wirrwarr aus hinterlistigen Machenschaften und drohenden Kriegen zurechtfinden und erkennen, dass die Weltengeister, die Kinder der Schöpfung, womöglich mehr mit ihm vorhaben und aus diesem Grund die Aufmerksamkeit einer meisterhaften Geistersprecherin auf ihn gelenkt haben. Gleichzeitig wartet er aber auch – ebenso wie viele andere im Reich – sehnsüchtig auf die Ankunft des Bastardprinzen, des verstoßenen Sohns der Hochkönigin, der aus dem Exil gerufen wurde, um Ædwen zu beschützen …
Meine Meinung zu Der Bastardprinz: Die Aconia-Chroniken: Band 1
Der Bastardprinz ist kein lautes Fantasybuch. Es schreit nicht nach Aufmerksamkeit, es drängt sich nicht mit Action auf – es zieht einen langsam, fast unbemerkt in seine Welt hinein.
Im Zentrum steht ein Protagonist, der von Anfang an zwischen den Welten steht: nicht ganz zugehörig, nicht ganz akzeptiert, gefangen zwischen Herkunft, Erwartungen und der Frage, wer er eigentlich sein darf. Diese innere Zerrissenheit ist kein Nebenthema, sondern der Kern der Geschichte. Und genau das macht dieses Buch so besonders.
Die Welt von Aconia wird nicht mit Infodumps erklärt, sondern entfaltet sich Stück für Stück durch Atmosphäre, Andeutungen und Stimmungen. Wälder, Dunkelheit, Stille – das Setting fühlt sich fast greifbar an. Es hat etwas Rohes, Ungezähmtes und gleichzeitig Melancholisches.
Was besonders heraussticht, ist der Ton des Buches: ernst, ruhig, nachdenklich. Statt klarer Gut-und-Böse-Zeichnung begegnet man Figuren mit Schattenseiten, Unsicherheiten und eigenen Motiven. Niemand ist hier einfach „der Held“ oder „der Bösewicht“. Diese moralischen Grauzonen geben der Geschichte Tiefe und machen sie glaubwürdig.
Auch das Erzähltempo ist bewusst gewählt. Es ist ein Slow Burn, der sich Zeit nimmt für Charakterentwicklung und Atmosphäre. Wer permanente Action sucht, wird hier vielleicht ungeduldig – wer jedoch Fantasy mag, die sich langsam entfaltet und nachhallt, wird genau darin die Stärke sehen.
Thematisch geht es stark um:
Identität und Zugehörigkeit Macht und ihre Auswirkungen innere Konflikte das Gefühl, nirgends wirklich dazuzugehören
Der Titel Bastardprinz ist dabei nicht nur eine Beschreibung, sondern ein zentrales Symbol für den inneren Kampf des Protagonisten.
Würde ich das Buch Empfehlen?
Ein düsterer, atmosphärischer Fantasyauftakt, der nicht durch Spektakel, sondern durch Stimmung, Charaktertiefe und moralische Grauzonen überzeugt. Perfekt für Leser:innen, die Fantasy mögen, die leise beginnt, aber lange nachwirkt.
Bewertung
Plot ♥♥♥♥ (4/5)
Schreibstil ♥♥♥♥ (4/5)
Botschaft ♥♥♥♥♥ (5/5)
Lesevergnügen ♥♥♥♥♥ (5/5)
Der Bastardprinz: Die Aconia-Chroniken: Band 1 | Fantasy | 560 Seiten
| ISBN: 978-3565084463
