Minnesota von Jo Nesbo | Rezension

Düster und packend!

Und was ist der Zweck ihrer Reise, Mister Holger Rudi?
– Minnesota

Klappentext

Minnesota, 2016: Ermittler Bob Oz ist seit dem Unfalltod seiner dreijährigen Tochter nicht mehr er selbst. Seine Frau verlässt ihn, Freunde ziehen sich zurück. Allein die knallharte Ermittlerarbeit lässt ihn seine Dämonen für einige Stunden vergessen: Oz jagt einen Mörder, der einen Rachefeldzug gegen Drogenbosse und Waffenhändler in Minneapolis führt. Und immer ist der ihm einen Schritt voraus, trickst Kameras aus, hinterlässt irreführende Spuren. Erst als bekannt wird, dass er einen Anschlag auf den Bürgermeister plant, kann Oz ihm eine Falle stellen. Doch wer stellt hier wem eine Falle?

Meine Meinung zu Minnesota

Jo Nesbø verlässt hier Norwegen – und auch ein Stück weit seinen gewohnten Stil.

Statt Oslo, Harry Hole und Serienmörder bekommen wir:

Minneapolis.

Einen gebrochenen Ermittler.

Und einen Täter, der nicht wahllos mordet – sondern gezielt.

Worum geht es?

Ermittler Bob Oz ist seit dem Unfalltod seiner dreijährigen Tochter innerlich zerbrochen. Seine Ehe steht vor dem Aus, sein Umfeld zieht sich zurück. Nur seine Arbeit hält ihn noch aufrecht.

Dann taucht ein Täter auf, der einen regelrechten Rachefeldzug gegen Drogenbosse und Waffenhändler führt. Er ist hochintelligent, trickst Kameras aus, legt falsche Spuren – und scheint Oz immer einen Schritt voraus zu sein.

Als klar wird, dass der Täter einen Anschlag auf den Bürgermeister plant, beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem immer unklarer wird:

Wer jagt hier eigentlich wen?

Atmosphäre

Dieses Buch fühlt sich amerikanisch an. Hart. Direkt. Schnell.

Weniger nordische Kälte, mehr Großstadt, mehr Tempo, mehr Druck.

Nesbø schreibt hier deutlich actionreicher als man es von ihm kennt.

Die Stadt Minneapolis wird zur Bühne für ein intelligentes, nervenaufreibendes Duell.

Spannung

Hier geht es nicht um Psychologie im Vordergrund, sondern um Tempo, Taktik und Spannung.

Verfolgungen Ermittlungsarbeit technische Tricks falsche Fährten

Der Täter wirkt fast schon wie ein moderner Rächer mit System – was die moralische Ebene extrem interessant macht.

Man ertappt sich beim Lesen immer wieder bei dem Gedanken:

Ist er wirklich „der Böse“?

Die Figur Bob Oz

Oz ist kein klassischer Held.

Er ist:

gebrochen erschöpft innerlich leer

Und genau das macht ihn glaubwürdig. Seine Besessenheit für den Fall ist weniger Pflichtgefühl als Flucht vor seiner eigenen Trauer.

Diese emotionale Tiefe gibt der rasanten Handlung ein starkes Fundament.

Themen

Trauer und Schuld Moralische Grauzonen Selbstjustiz Wie weit darf man gehen, um „das Richtige“ zu tun?

Schreibstil

Schnell. Präzise. Spannend.

Dieses Buch liest sich deutlich flotter als viele Nesbø-Romane. Kaum Längen, viel Bewegung, kurze Kapitel, hohes Tempo.

Fazit

Minnesota ist ein ungewöhnlicher Nesbø:

mehr Thriller, weniger Psychodrama, mehr Action, weniger Grübeln.

Ein Katz-und-Maus-Spiel, das moralisch herausfordert und bis zum Schluss unter Spannung hält.

Würde ich das Buch Empfehlen?

Ideal für Leser:innen, die einen rasanten, intelligenten Thriller suchen, der trotzdem emotionale Tiefe mitbringt.

Bewertung
Plot ♥♥♥♥♥ (5/5)
Schreibstil ♥♥♥♥ (4/5)
Botschaft ♥♥♥ (3/5)
Lesevergnügen ♥♥♥♥ (4/5)


Minnesota | Thriller | 416 Seiten
| ISBN: 978-3550203091

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