Sturmhöhe von Emily Brontë | Rezension

Der Klassiker Sturmhöhe beeindruckt
mit Familiengeschichte,  Drama und ganz viel Liebe

Worum geht es?

Wie stark und leidenschaftlich kann Liebe sein? Dies erleben Heathcliff und Catherine am eigenen Leibe. Die beiden lernen sich als Kinder kennen, doch ihr Schicksal scheint nicht miteinander verwoben zu sein. Grosse Stolpersteine werden ihnen ständig in den Weg gelegt und es scheint so, als würden sie nie wirklich zueinander finden. Oder vielleicht doch? Was es mit Wuthering Heights und der Familie auf sich hat, erfährt man nur nach und nach, doch das was man erfährt, lässt einen nicht mehr so schnell los.

1801. Ich bin gerade von einem Besuch bei meinem Gutsherren zurückgekehrt – diesem einsamen Nachbarn, der mir zu schaffen machen wird.
– Sturmhöhe

Klappentext

Auf einer Anhöhe inmitten der rauen Landschaft des englischen Yorkshire liegt das Anwesen »Wuthering Heights«, dem Wind schutzlos ausgesetzt, der hier strenger als anderswo weht. Sein Besitzer, der herzensgute Mr Earnshaw, nimmt den Findling Heathcliff zu sich. Bald schon verliebt sich Earnshaws Tochter Cathy heftig in ihn. Doch ihre Liebe endet im Unglück, und ein Gespinst aus Rache und Verrat liegt fortan über dem Landgut. Emily Brontës düstere Liebesgeschichte ist bis heute eines der intensivsten Leseerlebnisse überhaupt – tragisch, wild & romantisch.

Meine Meinung zu Sturmhöhe

Zugegeben dieser Klassiker ist nicht für jeden Geschmack geeignet. Die Protagonisten sind nicht sympathisch und die Lebensgeschichten von solch einer Tragik, dass man kaum weiterlesen mag. Und doch ist dies ein wichtiges Buch. Als Emily Brontë dieses damals schrieb, sorgte sie für mächtig viel Wirbel.

Die Leidenschaft dieser besonderen Beziehung ist noch heute spürbar und das Buch wird in einigen Filmen als Must-Read Buch erwähnt.

„Cathy ist ein Monster, aber in einigen Punkten hat sie Recht. Wenn alle anderen zu Grunde gingen und er übrig bliebe, würde ich fortfahren zu sein; und wenn alle anderen blieben und er würde vernichtet, so würde sich das Weltall in etwas vollkommen Fremdes verwandeln, und ich würde nicht mehr dazugehören.“

Die Liebe von Cathy und Heathcliff ist unglaublich stark, doch die beiden scheinen einfach nicht zueinander zu finden. Und als Catherine aus „Vernunft“ Linton und nicht ihn heiratet scheint das ganze noch um einiges komplizierter und tragischer zu werden.

Catherine: „Meine Liebe zu Linton ist wie das Laub im Walde: Die Zeit wird sie Verändern, ich weiss es wohl, so wie der Winter die Bäume verändert. Meine Liebe zu Heathcliff gleicht den unterirdischen ewigen Feldmassen: Sie sind keine Quelle grossen Entzückens, aber sie sind notwendig! Nelly ich bin Heathcliff! Er ist immer, immer in meinen Gedanken, in meinem ganzen sein nicht als Freudgefühl, ebenso wenig wie ich mir selbst Freude bin, aber als mein eigenstes Wesen.“

Man fragt sich immer wieder wieso die Protagonisten scheinbar so böse sind und so furchtbar miteinander umgehen. Lag es an ihrer Kindheit? Heathcliff wurde früh gequält und als Erwachsener übt er Rache. Doch liegt dies in seiner Natur oder wurde er dazu gemacht? Diese Frage bleibt bis zu letzt offen. Denn nur an ganz wenigen Stellen im Buch kommt Heathcliffs wahrer Charakter zutage.

Die düstere Stimmung von Sturmhöhe wird sehr bildhaft erzählt und das Gefühl, welches man dabei entwickelt passt unglaublich gut. Selbst die Protagonisten schmelzen mit dieser stürmischen Landschaft zu einem grossen ganzen zusammen.

Ich liebe den Schreibstil von Emily Brontë und habe mich recht schnell an diesen Stil gewöhnt. Ich finde sogar, dass der Schreibstil auch den Charme der Geschichte ausmacht und dem ganzen etwas besonderes verleiht.

Heathcliff: „Jetzt lehrst du mich, wie grausam du gewesen bist, grausam und falsch! Warum verwarfst du mich? Warum betrogst du ein eigenes Herz, Cathy? Ich habe kein Wort des Trostes für dich. Du hast dir dein Schicksal selbst geschmiedet, du hast  dich selbst getötet! Und unsere Tränen und Küsse jetzt, sie richten dich, sie vernichten, verdammen dich! Du liebtest mich, mich; welches Recht hattest du dann, mich zu verlassen? Welches Recht, antworte mir! Und des armseligen Traumes Willen, den du Linton gabst? Weil Elend und Erniedrigung und Tod und alles, was Gott und Teufel verhängen konnten, uns nicht zu trennen vermochten, so tatest du, du selbst es aus eigenem freien Willen! Nicht ich habe dein Herz gebrochen – du tatest es – und brachst dabei auch das meine. Umso schlimmer für mich, dass ich gesund und stark bin! Mag ich den leben? Was für ein Leben wird das sein, wenn du ; o Gott, würdest du noch leben wollen wenn deine Seele tot wäre?“

Würde ich das Buch Empfehlen?

Ja! Für mich gehört Sturmhöhe zu den Klassikern, die jeder einmal gelesen haben sollte, egal ob man die Protagonisten mag oder nicht. Die Geschichte ist noch immer aktuell und ich finde es schön, wenn solche Bücher, die zu dieser Zeit höchst modern waren, noch lange weitergetragen werden.

Bewertung
Plot ♥♥♥♥ (4/5)
Schreibstil ♥♥♥♥♥ (5/5)
Botschaft ♥♥♥♥ (4/5)
Lesevergnügen ♥♥♥♥♥ (5/5)


Sturmhöhe | Klassiker | 400 Seiten
| ISBN: 978-3-7306-1651-2

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