Die Bibliothek von Gilly Macmillan | Rezension

Geheimnisse und Intriegen

Das Gewitter zog ab, und über dem Wasser erschien ein doppelter Regenbogen.
– Die Bibliothek

Klappentext

Für Anya geht ein Traum in Erfüllung: Sie erhält das verlockende Angebot, uralte und streng geheime Manuskripte an der renommierten University of St Andrews in Schottland zu entschlüsseln. Doch kaum angekommen, spürt sie, dass hinter den vergilbten Seiten mehr lauert als vergessene Worte. Die Schriften bergen Geheimnisse, die mächtige Gegnerinnen um jeden Preis im Dunkeln halten wollen. Schon bald gerät Anya in ein gefährliches Netz aus Intrigen, Macht und Verrat. Aber auch sie selbst hütet ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit …

Meine Meinung zu Die Bibliothek

Allein das Cover von Die Bibliothek hat mich direkt angesprochen. Es wirkt geheimnisvoll, atmosphärisch und passt für mich sehr gut zu einer Geschichte, die sich rund um eine Bibliothek und ein mysteriöses Geschehen dreht. Auch die Grundidee hat mich neugierig gemacht: Eine Bibliothek als zentraler Schauplatz, ein geheimnisvoller Fall und die Frage, was wirklich hinter den Ereignissen steckt. Eigentlich genau die Art von Setting, bei der ich sofort wissen möchte, was dahintersteckt.

Leider konnte mich die Geschichte in der Umsetzung dann nicht vollständig überzeugen.

Der Schreibstil von Gilly Macmillan ist grundsätzlich angenehm und flüssig zu lesen. Die Seiten lassen sich schnell lesen und ich hatte keine Probleme, in die Geschichte hineinzukommen. Besonders die Beschreibungen der Bibliothek und der Atmosphäre haben mir gefallen. Trotzdem hat mir sprachlich an einigen Stellen etwas gefehlt. Für mich blieb der Stil insgesamt eher zurückhaltend und hat es nicht immer geschafft, die gewünschte Spannung oder emotionale Intensität aufzubauen.

Mein grösstes Problem waren allerdings die Charaktere. Ich hatte während des Lesens immer wieder das Gefühl, dass ich sie nicht wirklich greifen konnte. Sie blieben für mich relativ blass und teilweise auch eindimensional. Ich hätte mir wesentlich mehr Hintergrund, Entwicklung und vor allem emotionale Tiefe gewünscht. Gerade bei einer Geschichte, in der die Figuren und ihre Beziehungen zueinander eine wichtige Rolle spielen, möchte ich verstehen, warum sie handeln, wie sie handeln – und vor allem möchte ich mit ihnen mitfühlen können.

Genau das hat mir hier gefehlt.

Dadurch konnten mich manche Entwicklungen leider auch emotional nicht so erreichen, wie ich es mir gewünscht hätte. Es gab durchaus Momente, die interessant waren und mich neugierig gemacht haben, aber mir fehlte dieses Gefühl, unbedingt weiterlesen zu müssen, weil ich so sehr wissen wollte, wie es für die Figuren weitergeht.

Auch bei der Spannung war es für mich ein Auf und Ab. Die Ausgangssituation bietet eigentlich unglaublich viel Potenzial für eine atmosphärische und spannende Geschichte. Eine Bibliothek als Schauplatz, Geheimnisse, ein mysteriöses Geschehen – daraus hätte für mich deutlich mehr entstehen können. Stattdessen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass die Geschichte zwar interessante Ansätze liefert, diese aber nicht konsequent genug vertieft.

Würde ich das Buch Empfehlen?

Jein, insgesamt bleibt bei mir aber leider vor allem das Gefühl zurück, dass Die Bibliothek eine richtig gute Idee mit noch mehr Potenzial gewesen wäre. Ich hätte mir stärkere Charaktere, mehr emotionale Tiefe und eine konsequenter aufgebaute Spannung gewünscht.

Bewertung
Plot ♥♥ (2/5)
Schreibstil ♥♥♥ (3/5)
Botschaft ♥♥♥ (3/5)
Lesevergnügen ♥♥♥ (3/5)


Die Bibliothek | Thriller | 368 Seiten
| ISBN: 978-3764510077

Hier könnt ihr das Buch | Hörbuch kaufen.

Hier könnt ihr das Buch kaufen*

*Affiliate-Link – mehr dazu findet ihr unter Impressum / Transparenz / Datenschutz

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.