Temporeicher Thriller
Wenn ich dieses Haus verlasse, dann nur in Handschellen
– Wenn sie wüsste

Klappentext
Millie kann ihr Glück kaum fassen, als die elegante Nina ihr die Stelle als Haushaltshilfe inklusive Kost und Logis bei ihrer Familie auf Long Island anbietet. Schließlich hat sie eine Vergangenheit, von der niemand etwas wissen soll. Doch kaum ist Millie eingezogen, zeigt Nina ihr wahres Gesicht: Sie verwüstet das Haus und unterstellt ihr Dinge, die sie nicht getan hat. Ihre verwöhnte Tochter behandelt Millie ohne jeden Respekt. Nur Ninas attraktiver Mann Andrew ist nett zu ihr. Wäre da nur nicht Ninas wachsende Eifersucht. Hat sie Millie nur eingestellt, um ihr das Leben zur Hölle zu machen? Oder hat auch sie ein dunkles Geheimnis, von dem niemand etwas erfahren darf?
Meine Meinung zu Wenn sie wüsste
Ich bin ehrlich: Der Anfang von Wenn sie wüsste hat mich ziemlich schnell gepackt. Die Geschichte startet mit einer Ausgangssituation, die direkt Fragen aufwirft, und ich wollte wissen, was wirklich dahintersteckt.
Tatsächlich musste ich beim Lesen am Anfang immer wieder an Sebastian Fitzek denken. Diese Art, ständig neue Fragen aufzuwerfen, kleine Hinweise einzustreuen und den Leser glauben zu lassen, man hätte die Geschichte vielleicht durchschaut, hatte für mich durchaus Fitzek-Vibes.
Und genau deshalb war ich anfangs ziemlich gespannt auf den weiteren Verlauf.
Auch der Schreibstil von Freida McFadden hat dazu beigetragen. Er ist sehr leicht und schnell zu lesen, die Kapitel sind kurz und man kommt entsprechend zügig durch die Geschichte. Gerade dadurch entsteht schnell dieser typische „Ach komm, ein Kapitel geht noch…“-Effekt.
Allerdings hat sich meine Meinung im Laufe des Buches verändert.
Je weiter die Geschichte voranschritt, desto weniger hatte ich das Gefühl, dass die Handlung tatsächlich clever aufgebaut ist – und desto mehr hatte ich den Eindruck, dass manche Wendungen einfach unbedingt für den gewünschten Überraschungseffekt sorgen mussten.
Besonders gegen Ende wurde mir das Ganze dann leider zu konstruiert.
Während ich am Anfang noch überlegt habe, ob McFadden vielleicht wirklich in eine ähnliche Richtung wie Fitzek geht, war dieser Vergleich für mich gegen Ende definitiv nicht mehr passend. Die Auflösung war mir an einigen Stellen einfach zu gewollt und konnte mich deshalb nicht mehr so überraschen, wie es vermutlich gedacht war.
Das Ende war für mich insgesamt der grösste Kritikpunkt. Ich mag es grundsätzlich, wenn ein Thriller mich mit einer Wendung überrascht und ich rückblickend denke: „Okay, das habe ich wirklich nicht kommen sehen.“ Hier hatte ich allerdings eher das Gefühl, dass einige Dinge so zusammengesetzt wurden, damit die Geschichte möglichst spektakulär endet.
Und das hat bei mir leider etwas von der Spannung genommen.
Trotzdem muss ich sagen: Langweilig war das Buch nicht. Ich wollte wissen, wie es weitergeht, und genau dafür sind die kurzen Kapitel und der flüssige Schreibstil definitiv ein Pluspunkt. Auch die Grundidee fand ich spannend und es gab durchaus einige Momente, bei denen ich wissen wollte, wie sich alles auflösen würde.
Würde ich das Buch Empfehlen?
Ein Buch, das mich am Anfang deutlich mehr überzeugt hat als am Ende. Trotzdem lesenswert und ein guter Einstieg in die Bücher von McFadden.
Bewertung
Plot ♥♥ (2/5)
Schreibstil ♥♥♥♥ (4/5)
Botschaft ♥♥♥ (3/5)
Lesevergnügen ♥♥♥ (3/5)
Wenn Sie wüsste | Thriller | 400 Seiten
| ISBN: 978-3453442153
Hier könnt ihr das Buch | Hörbuch kaufen.
Hier könnt ihr das Buch kaufen*

