Keine Angst, Darling von Vera Buck | Rezension

Diese Geschichte lässt einen nicht mehr los.

Cecilia Parker trat barfuss auf die Terrasse und nippte an einem Glas Chardonnay.
– Keine Angst, Darling

Klappentext

In der Luxussiedlung Sancta Familia in Florida hat Lea endlich, wonach sie sich immer gesehnt hat: ein sicheres Zuhause, eine Tochter, die sie über alles liebt, und einen Mann, der sie auf Händen trägt. Für ihr schillerndes Leben wird sie online von Millionen gefeiert – nur ihre Schwester Paula misstraut der makellosen Inszenierung. Als Lea plötzlich verstummt, reist Paula besorgt von Deutschland nach Florida. Doch in der Sancta Familia ist ihre Schwester nicht. Ihr Mann behauptet, sie sei in einem Retreat. Aber warum gibt es kein Lebenszeichen? Je tiefer Paula in die scheinbar heile Welt der Siedlung eindringt, desto sichtbarer werden die Risse: Strenge Regeln erfordern bedingungslosen Gehorsam. Und Frauen, die sich widersetzen, verschwinden …

Meine Meinung zu Keine Angst, Darling

Ich hatte bei Keine Angst, Darling definitiv Erwartungen, denn die Ausgangslage klang für mich nach einem Thriller, der einiges an Spannung und Nervenkitzel verspricht. Und grundsätzlich hat das Buch auch einige interessante Ansätze – ganz überzeugen konnte es mich am Ende aber leider nicht.

Mein grösstes Problem war tatsächlich die Protagonistin. Mit ihr bin ich einfach nicht richtig warm geworden. Im Gegenteil: An einigen Stellen hat sie mich leider ziemlich genervt. Ihre Entscheidungen und ihre Art zu handeln waren für mich nicht immer nachvollziehbar und dadurch fiel es mir zunehmend schwer, mit ihr mitzufiebern.

Gerade bei einem Thriller ist das für mich ein entscheidender Punkt. Wenn ich ständig über die Hauptfigur und ihre Handlungen den Kopf schüttle, anstatt gebannt wissen zu wollen, wie es für sie weitergeht, nimmt das leider einiges von der Spannung.

Dabei fand ich die Grundidee durchaus spannend. Es gibt immer wieder Momente, in denen die Geschichte mein Interesse wecken konnte und ich wissen wollte, was tatsächlich hinter den Ereignissen steckt. Auch die Atmosphäre hat mir grundsätzlich gefallen und sorgt dafür, dass eine gewisse unbehagliche Stimmung entsteht.

Allerdings konnte mich die Spannung nicht durchgehend packen. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass sich die Geschichte etwas im Kreis dreht und ich mir gewünscht hätte, dass bestimmte Entwicklungen schneller vorangetrieben werden.

Der Schreibstil von Vera Buck ist angenehm und lässt sich flüssig lesen. Trotzdem hat mir emotional einfach etwas gefehlt, um wirklich vollständig in der Geschichte zu versinken.

Was für mich am Ende bleibt, ist deshalb ein etwas zwiespältiger Eindruck: Die Geschichte hatte definitiv Potenzial, einige Elemente haben mir auch gefallen, aber die Protagonistin hat mir das Leseerlebnis leider ziemlich erschwert.

Würde ich das Buch Empfehlen?

Spannende Ansätze und eine interessante Grundidee, aber leider eine Protagonistin, die mich beim Lesen mehr genervt als mitfiebern lassen hat.

Bewertung
Plot ♥♥ (2/5)
Schreibstil ♥♥♥ (3/5)
Botschaft ♥♥ (2/5)
Lesevergnügen ♥♥♥ (3/5)


Keine Angst, Darling | Thriller | 448 Seiten
| ISBN: 978-3757702687

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