Laute Nächte von Anne Freytag | Rezension

Starke Charaktere und Laute Nächte

Die Wohnung gehört Paul.
– Laute Nächte

Klappentext

Eine Klingel mit vier Namen: Paul hat das Tennisspielen aufgegeben und nichts Neues angefangen. Elif redet dauernd, fragt, nervt, lacht, als würde sie einen schon ewig kennen. Julia ist so leise, dass man nicht weiß, ob sie zu Hause ist. Und Kenni? Er weiß selbst nicht, was er in Wien will. Er musste einfach weg. Von den Leuten, die in ihm den Typen sehen, der er war, bevor er der wurde, dessen Freundin bei einem Autounfall gestorben ist. Ihre letzte Reise, ohne ihn. Obwohl sie doch einen Sommer lang Frankreich entdecken wollten. Wider Erwarten wird die WG für Kenni zur neuen Heimat. Das Leben geht einfach weiter. Auch die geplante Reise findet statt – mit Elif auf dem Beifahrersitz, was keine gute Idee ist. Zehn Jahre später, Kenni steht am Anfang seiner Karriere als Maler, treffen die vier sich in Zürich wieder. Es wird eine lange, laute Nacht, die lauter Fragen aufwirft. Erst zurück in Wien, aus Kenni ist inzwischen ein renommierter Künstler in den Vierzigern geworden, beginnt mit einem kurzen Gespräch ein Nachmittag, ein Abend, ein Anfang …

Meine Meinung zu Laute Nächte

Ich freue mich jedes Mal, wenn ich sehe, dass Anne Freytag wieder ein neues Buch veröffentlicht hat. Laute Nächte sah nicht nur vielversprechend aus, auch der Klappentext klang sehr interessant. Das Cover ist auffallend und auch ein Stück weit melancholisch, was ein gutes Setting für das Buch setzt.

Als letztes habe ich Blaues Wunder von ihr gelesen und fand diese Geschichte überaus gelungen. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an ihr neustes Buch.

Die Geschichte spielt in Wien des Jahres 2002, macht im Laufe der Geschichte aber mehrere Zeitsprünge, diese finden dann jeweils in Frankreich und in Zürich statt, was das auseinanderhalten deutlich einfacher macht.

Am Anfang findet man sich mit dem Protagonisten in einer WG wieder. Kenni flüchtet sich dorthin und trifft dabei auf Paul, Julia und Elif. Die Dynamik stimmt, dann kommt Harry, als weitere WG – Bewohner und etwas verändert sich.

Ich mochte, dass die Geschichte still anfing und immer mehr an Tiefe gewann. Die Protagonisten sind unglaublich gut ausgearbeitet und man erkannte jede Person anhand ihrer „Stimme“. Kenni war mir als Charakter sehr nah, er liess tief in seine Gedanken blicken und Kapitel für Kapitel erfuhr man von seiner Trauer.

Es war spannend zu lesen, wie er damit umging, wie er versuchte Frieden damit zu finden und wie er Jahre später noch damit umging.

Dieses Buch handelt aber nicht nur von Verlust und Trauer, sondern auch von Wachstum und den süssen Jugendjahren. Es ist berührend, traurig, macht wütend und zugleich schenkt es einem auch Hoffnung.

Würde ich das Buch Empfehlen?

Ja für alle die Bücher mit Tiefe und viel Raum zum Nachdenken mögen. Eine klare Leseempfehlung von mir, wie immer ein grossartiges Buch von Anne Freytag.

Bewertung
Plot ♥♥♥♥♥ (5/5)
Schreibstil ♥♥♥♥♥ (5/5)
Botschaft ♥♥♥♥♥ (5/5)
Lesevergnügen ♥♥♥♥♥ (5/5)


Laute Nächte | Roman | 320 Seiten
| ISBN: 978-3311101666

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