Botanik des Wahnsinns von Leon Engler | Rezension

Was ist schon normal?

Am Ende bleiben sieben Kartons.
– Botanik des Wahnsinns

Klappentext

Als bei der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter durch eine Verwechslung alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage wandert, bleibt dem Erzähler wortwörtlich nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte. Wie hat es so weit kommen können? Der Erzähler blickt auf die Biografie seiner Familie: ein Stammbaum des Wahnsinns. Die Großmutter bipolar, zwölf Suizidversuche, der Großvater Stammkunde in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv. Und er blickt auf seinen eigenen Weg: Eine Kindheit im Münchner Arbeiterviertel. Die frühe Angst, verrückt zu werden. Die Flucht vor der Familie ins entfernte New York. Jahre in Wien mit Freud im Kaffeehaus. Und wie er schließlich doch in der Anstalt landet – als Psychologe. Bei der Arbeit mit den Patienten lernt er, dass ein Mensch immer mehr ist als seine Krankheit, dass Zuhören wichtiger ist als Diagnostizieren. Vor allem aber muss er sich bald die Frage stellen, was das sein soll: ein normaler Mensch.
Eine aus dem Ruder gelaufene Familienanamnese? Ein Schelmenroman? Ein Lehrstück in Empathie? Leon Englers Debüt ist all das und mehr, ein zärtlicher Befreiungsschlag, die Geschichte einer Versöhnung. 

Lieblingsbuch des Schweizer Buchhandels 2026.

Meine Meinung zu Botanik des Wahnsinns

Als dieses Buch bei mir in der Buchhandlung eintrudelte war ich unglaublich neugierig auf diesen Titel. Schliesslich wurde es zum Lieblingsbuch des Jahres 2026 nominiert und gewann sogar den ersten Platz. Aus Recherche Gründen, war mich klar, dass ich dieses Buch lesen muss.

Solche Geschichte habe ich selten gelesen, es fängt anders an als erwartet und überraschte mich von Seite zu Seite. Der Ich-Erzähler steht in der leeren Wohnung seiner Mutter. Es muss Zwangsgeräumt werden und er muss sich dieser Aufgabe stellen. Dabei konfrontiert er sich direkt mit der Vergangenheit seiner Familie.

Nicht nur seine Mutter und sein Vater litten an psychischen Erkrankungen, sondern selbst seine Grosseltern blieben davon nicht verschont. Da dies Krankheiten waren, die vererbbar sind, findet er sich selbst in der Psychiatrie wieder. Jedoch nicht als Patient, sondern als Psychologe.

Geprägt von seiner Kindheit, entscheidet er sich nämlich dafür Psychologie zu studieren und hilft dabei nicht nur seinen Patienten, sonder ein Stück weit auch sich selbst.

Das Buch wirft spannende Fragen auf; „Was ist normal?“, „Sind die Kategorien, die wir für psychische Erkrankungen haben noch aktuell?“ oder „Sind Psychiatrien, Auszeiten von der realen Welt?“, sind nur einige davon.

„Die Welt in ihrem Kopf ist einfacher zu verändern, als die Welt da draussen.“

Die Geschichte hat mich berührt aber auch etwas ratlos zurück gelassen. Die Zeitsprünge waren nachvollziehbar aber manchmal etwas zu fliessend. Es ist eine Geschichte, die lange nachhallt und über die man sprechen möchte.

Würde ich das Buch Empfehlen?

Es wühlt auf, macht nachdenklich und regt zum Diskutieren ein – klare Leseempfehlung.

Bewertung
Plot ♥♥♥♥ (4/5)
Schreibstil ♥♥♥♥ (4/5)
Botschaft ♥♥♥♥♥ (5/5)
Lesevergnügen ♥♥♥♥ (4/5)


Botanik des Wahnsinns | Roman | 208 Seiten
| ISBN: 978-3755800538

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